Diagnose und Therapie der Magersucht

Donnerstag, 10. November 2011

Die Medien präsentieren uns täglich ultradünne Models, Sängerinnen und Schauspielerinnen, mit ihren vermeintlich glücklichen und erfüllten Leben. Dieses moderne Schönheitsideal setzt vor allem junge Mädchen unter den Druck, die von der Natur nicht mit einem schlanken und makellosen Körper ausgestattet wurden. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper fördert eine gefährliche Essstörung: die Magersucht. Sie beginnt dort, wo eine sinnvolle Diät endet und zeichnet sich durch den krankhaften Wunsch aus, immer weiter abzunehmen – im Extremfall bis zum eigenen Tod.

Diagnose der Magersucht

Nach Ansicht der WHO ist von einer Magersucht-Erkrankung auszugehen, wenn die Patienten 15% weniger als das altersgemäße Normalgewicht auf die Waage bringen. Bei Erwachsenen ist das beispielsweise bei einem BMI von unter 17,5 der Fall. Die Abmagerung muss selbst herbeigeführt worden sein, beispielsweise durch eine bewusste, zu geringe Nahrungsaufnahme oder die ausschließlich Ernährung mit kalorienarmen Speisen. Ferner wurde der Gewichtsverlust durch selbst herbeigeführtes Erbrechnen, die Einnahme von Abführmitteln, Appetitzüglern oder übertriebene sportliche Aktivität, gezielt gefördert. Ferner leiden die Patienten unter einer gestörten Selbstwahrnehmung, empfinden sich als zu dick und haben große Ängste vor einer Gewichtszunahme.

Der lange Weg aus der Magersucht

Patienten und betroffene Angehörige sind gut beraten sich ausführlich über die Erkrankung zu informieren und schnellstmöglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie müssen wissen, dass die Magersucht chronifizieren und das weitere Leben der Erkrankten zerstören kann. Nicht selten endet die Magersucht gar tödlich.

Hilfe finden die Patienten bei qualifizierten Psychotherapeuten und psychosomatischen Kliniken, die sich auf die Behandlung von Essstörungen spezialisiert haben. Je früher die Behandlung einsetzt umso besser die Erfolgschancen. In der Regel müssen sich die Patienten und ihre Angehörigen auf einen jahrelangen Kampf gegen die Krankheit einstellen.

Thema: Gesundheit

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Magersucht

Montag, 17. Oktober 2011

Essstörungen sind ein Problem der Moderne. Mediziner verzeichnen seit vielen Jahren steigende Fallzahlen, häufig leiden schon Kinder und Jugendliche unter Adipositas, Magersucht oder Bulimie. Im Hinblick auf die Magersucht scheint das multimedial propagierte und extrem dünne Schönheitsideal, die Erkrankung zu fördern. Glaubt man den Medien, ist eine perfekte Modelfigur die Grundvoraussetzung für ein erfülltes und glückliches Leben. Gerade junge Mädchen verfallen diesem Trugbild und arbeiten intensiv an ihrem Körper. Erste Diäterfahrungen werden heute schon im Grundschulalter gemacht, eine ungesunde Entwicklung, die im Einzelfall in der Magersucht endet.

Magersucht – Was ist das?

Die Magersucht ist eine schwere psychosomatische Essstörung, die überwiegend im frühen Jugendalter beginnt.

Die meist weiblichen Patientinnen erliegen einer Art Schlankheitswahn und verspüren den starken Wunsch abzunehmen. Sie nehmen sich selbst als dick, aufgebläht und unförmig wahr und fühlen sich denkbar unwohl in ihrer Haut. Die Selbstwahrnehmung koppelt sich dabei von den realen Verhältnissen ab, selbst stark abgemagerte Patientinnen schätzen sich als viel zu dick ein. Der Magersucht liegen ganz erhebliche psychische Probleme zu Grunde, den Betroffenen mangelt es häufig an Selbstbewusstsein, der Fähigkeit sich von den Eltern abzugrenzen oder Konflikte offen auszutragen. Sie fühlen sich häufig ohnmächtig und fremdbestimmt und finden ausgerechnet in der totalen Kontrolle ihres Essverhaltens einen Bereich, in dem sie ganz alleine die Macht haben und sogar Druck auf ihre Mitmenschen ausüben können.

Behandlung der Magersucht

Die Magersucht stellt Patienten, Angehörige und Ärzte vor eine große Herausforderung. Allen Beteiligten sollten sich die Schwere der Erkrankung vor Augen führen, die zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz tödlich endet. Bei starkem Untergewicht muss sowohl der Körper als auch die Seele des Patienten stabilisiert werden, das gelingt am besten durch eine stationäre Behandlung in einer spezialisierten Klinik für Essgestörte. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt ist eine langfristige Psychotherapie sehr zu empfehlen.

Thema: Gesundheit