Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Magersucht

Montag, 17. Oktober 2011

Essstörungen sind ein Problem der Moderne. Mediziner verzeichnen seit vielen Jahren steigende Fallzahlen, häufig leiden schon Kinder und Jugendliche unter Adipositas, Magersucht oder Bulimie. Im Hinblick auf die Magersucht scheint das multimedial propagierte und extrem dünne Schönheitsideal, die Erkrankung zu fördern. Glaubt man den Medien, ist eine perfekte Modelfigur die Grundvoraussetzung für ein erfülltes und glückliches Leben. Gerade junge Mädchen verfallen diesem Trugbild und arbeiten intensiv an ihrem Körper. Erste Diäterfahrungen werden heute schon im Grundschulalter gemacht, eine ungesunde Entwicklung, die im Einzelfall in der Magersucht endet.

Magersucht – Was ist das?

Die Magersucht ist eine schwere psychosomatische Essstörung, die überwiegend im frühen Jugendalter beginnt.

Die meist weiblichen Patientinnen erliegen einer Art Schlankheitswahn und verspüren den starken Wunsch abzunehmen. Sie nehmen sich selbst als dick, aufgebläht und unförmig wahr und fühlen sich denkbar unwohl in ihrer Haut. Die Selbstwahrnehmung koppelt sich dabei von den realen Verhältnissen ab, selbst stark abgemagerte Patientinnen schätzen sich als viel zu dick ein. Der Magersucht liegen ganz erhebliche psychische Probleme zu Grunde, den Betroffenen mangelt es häufig an Selbstbewusstsein, der Fähigkeit sich von den Eltern abzugrenzen oder Konflikte offen auszutragen. Sie fühlen sich häufig ohnmächtig und fremdbestimmt und finden ausgerechnet in der totalen Kontrolle ihres Essverhaltens einen Bereich, in dem sie ganz alleine die Macht haben und sogar Druck auf ihre Mitmenschen ausüben können.

Behandlung der Magersucht

Die Magersucht stellt Patienten, Angehörige und Ärzte vor eine große Herausforderung. Allen Beteiligten sollten sich die Schwere der Erkrankung vor Augen führen, die zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz tödlich endet. Bei starkem Untergewicht muss sowohl der Körper als auch die Seele des Patienten stabilisiert werden, das gelingt am besten durch eine stationäre Behandlung in einer spezialisierten Klinik für Essgestörte. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt ist eine langfristige Psychotherapie sehr zu empfehlen.

Thema: Gesundheit